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INDIKA

28.05.2026 #durchgespielt

Indika ist Nonne in einem russisch orthodoxen Kloster. Indika wird, das ist schnell klar, von allen gemieden denn sie hört Stimmen und legt ein seltsames Verhalten an den Tag.

Wir erleben eingangs einen kleinen Einblick in ihren Alltag, niemand scheint sie zu mögen. Sie bekommt unliebsame Arbeiten zugewiesen und schnell wird sich ihrer entledigt, indem man sie los schickt einen Brief zu überbringen.

Das Spiel macht uns sofort klar: das werden ein paar außergewöhnliche Spielstunden. Seltsam unpassende Musik, in einer seltsam fiktiven Welt, die Stimme in Indikas Kopf und eine unglaublich dichte Atmosphäre.

Schnell treffen wir Ilja, einen verletzten Soldaten auf der Flucht vorm Straflager. Ab hier nimmt die Story ihren Lauf und wird Stunde um Stunde etwas seltsamer. Eine klare Aussage trifft das Spiel dabei extra nicht, es bleibt immer sehr viel Interpretationsspielraum. Glaube, Schuld, Selbsthass, Gewalt, Vergewaltigung, Sinn des Lebens, Religion und am Ende ein Stückweit auch psychische Erkrankung. Das ist sehr viel harter Tobak und Gute Laune kommt dabei nicht auf.

INDIKA ist ein herausragendes Spiel. Die Grafik auf Basis der Unreal Engine 4 (!) macht sehr gute Arbeit, vor allem die Gesichter bringen Emotionen hervorragend rüber. Die Soundkulisse immer stimmungsvoll und so wird man schnell in den Bann gezogen. Sehr gut hat mir die Art gefallen, wie die Welt präsentiert wird. Immer wieder bekommt man die Möglichkeit auf einer Bank oder Stuhl Platz zu nehmen, innezuhalten und durch verschiedene Ansichten der Schauplätze zu wechseln. Dabei entstehen Perspektiven die ich sofort als Wallpaper nutzen würde und auch hier kommt durch das Sounddesign sehr viel Stimmung auf. Leider sind die Zwischensequenzen ab und an zu leise.

Das Gameplay ist simple gehalten. Wir bewegen Indika in der Third Person durch die Welt und dabei ist die Steuerung sehr präzise. Immer wieder gibt es unterschiedliche Ansätze wie man sich durch den Raum bewegt, aber hier möchte ich nicht zu sehr ins Detail gehen um Spoiler zu vermeiden. Ab und an gibt es Rätsel zu lösen, welche nie unmöglich schwer, aber auch nie zu offensichtlich sind. Das macht Spaß. Außerdem gibt es Rückblicke in Indikas Vergangenheit und diese haben nochmal eine ganz besondere Kniff - aber auch hier sei nichts verraten.

Mit einer Spielzeit von vier bis fünf Stunden hat INDIKA eine - für mich - perfekte Spielzeit. In einem Abschnitt gegen Ende war ich leicht genervt, denn hier hab ich in Games öfter das Gefühl, durch unnötig schwere oder lange Passagen aus dem Spiel gerissen zu werden. Ein Finale packt mich mehr durch Handlung und Präsentation, nicht durch schwitziges Gameplay. INDIKA ist hierfür aber kein Kandidat.

Richtig wierd ist die Tatsache, dass man von Anfang an klassisch Erfahrungspunkte sammelt und sogar einen kleinen Skilltree hat. Das Spiel sagt dem Spieler sogar, dass die Punkte unnütz sind und tatsächlich haben sie keinen Einfluss auf das Spiel, außer dass man nur noch mehr Punkte sammelt. Was sich die Entwickler dabei gedacht haben, bleibt mir verborgen. Aber auch hierin wird eine tiefere Bedeutung liegen. Dieses Detail beschreibt INDIKA perfekt, denn dem Spieler wird überlassen wie er all das deutet und was er am Ende daraus mitnimmt. Und sind wir mal ehrlich: Spiele welche uns am Ende ratlos und grübelt zurück lassen, das sind die Besten!

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